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Für Einen ist es nicht der Rede wert
- Andere verballern Stunden Installationszeit, um Geräte im Netzwerk zu
konfigurieren. Der häufige Stolperstein: die IP Adresse. Das ist dieses
magische Ding im mit einer kyrptischen Zahlenkombination so oder ähnlich
wie z.B. 192.168.100.234.
Für diejenigen, die sich mit IP
Adressen auskennen - die müssen nicht weiterlesen. Hier gibt es nichts
Neues. Für alle anderen - hier eine kleine Einführung in die Logik der
IP Adressen (im aktuell verbreiteten IPv4 Format) - und wie man einen
Setup IP basierter Geräte am Besten durchführt.
Was uns im Alltag
aber immer wieder erreicht sind Hilferufe in der Art:
- IP Adresse geht
nicht!
- Ich finde Gerät nicht im Netzwerk!
- Gerät antwortet nicht!
- Ich kann mich nicht einloggen, obwohl Benutzername und Passwort
richtig sind...
Meistens, in ca. 90%
der Fälle, sind die Ursachen Bagatellen, die schnell behoben werden
können. Weniger als 10% sind wirkliche Transportfehler oder Ausfälle, wo
ein Gerät beim Transport oder im Betrieb (Blitzschlag, Gewitter in der
Nähe..?) kaputt gegangen ist. Die grundlegende Gegenfrage sollte aber
immer lauten: Funktionierte es bereits einmal bei Ihnen? Oder ist es die
Ersteinrichtung?
Falls die Probleme
bei der Ersteinrichtung auftauchen - hier mal einige Grundideen, wie Sie
das Problem einkreisen und hoffentlich lösen:
IPv4 Adressen
Vorweg die Einführung: eine IP
Adresse besteht aus vier Zahlenkombinationen, die durch einen Punkt
getrennt sind. Eine Zahlenkombination muss zwischen 0...255 liegen -
üblicherweise können Sie die Werte von 1...254 problemlos verwenden. (0
ist häufig reserviert. 255 auch.)
Damit das Ganze etwas
komplizierter wird: IP Adressen sind kein luftleerer Raum, sondern es
ist ziemlich genau festgelegt, welche IP Adressenbereich man wofür
verwenden sollte. Blöderweise weiß Ihr Rechner das - Sie aber vielleicht
nicht. Wenn sie jetzt falsche IP Adressen miteinander verheiraten wird
Ihnen der Rechner den Gehorsam verweigern. Und Sie müssen mühsam
herausfinden, wo das Problem liegt.
Um es für Sie einfach zu halten:
Für das eigene private Home- oder Firmennetzwerk empfiehlt sich die
Verwendung von IP Adressen im Bereich 192.168.000.001 bis
192.168.000.254. Anders ausgedrückt: Sie dürfen die Ziffern RECHTS VOM
LETZTEN PUNKT ändern - alles andere muss gleich sein! Vielleicht noch
etwas blöde ausgedrückt - ein Beispiel schafft (hoffentlich) Klarheit:
Beispiel: IPv4 Adressen für ein
kleines Firmen- Heimnetzwerk
Ein Beispiel: Sie wollen ein
Netzwerk mit zwei Rechnern aufbauen. Später sollen dann noch ein DSL /
WLAN Router sowie eine IP Camera hinzukommen. Folgende IP Konfiguration
wäre möglich:
| Rechner 1 |
192.168.0.1 |
| Rechner 2 |
192.168.0.2 |
| DSL / WLAN |
192.168.0.99 |
| IP Camera 1 |
192.168.0.126 |
Innerhalb dieses Netzwerkes können
sich die Geräte untereinander "verstehen". Sollten Sie jetzt noch ein
Gerät mit der Nummer 192.168.004.001 oder 192.167.000.010 anschliessen
wollen geht das nicht! Dies neuen Geräte liegen AUSSERHALB Ihres Netzes und
sind nicht problemlos erreichbar.
| Rechner X - nicht
erreichbar im LAN |
192.168.4.1 |
| Rechner y - nicht
erreichbar im LAN |
192.167.0.10 |
Beachten Sie auch, dass jede IP
Adresse in Ihrem Netzwerk nur EINMALIG vorhanden sein darf. Zwei Rechner
/ Komponenten dürfen niemals dieselbe IP Adresse haben.
(Das
schreiben wir mal fett, weil es häufig falsch gemacht wird!)
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Neue IP Camera 2 -
Problem doppelte IP, IP bereits an Camera 1 vergeben!!!!! |
192.168.0.126 |
IP Installation neuer
Komponenten
Ein häufiger Fall:
Ihr eigenes Netzwerk liegt im Bereich 192.168.000. Sie kaufen sich eine
IP Camera. Im Handbuch finden Sie, dass diese IP Camera standardmässig
mit folgender IP Adresse voreingestellt ist: 201.202.203.204. Oben haben
wir gelernt: die IP Adresse muss zu Ihrem Netzwerk passen. Also können
Sie die Camera im obigen Beispiel nicht betreiben, sondern müssen erst
die IP Adresse der Camera auf Ihr Netz umstellen.
Wie Sie das am besten
bewerkstelligen? Verbinden Sie Ihren Rechner und die Camera direkt
miteinander. Konfigurieren Sie Ihren PC übergangsweise auf eine IP
Adresse im Netzwerk der Camera. Über Windows -> Systemsteuerung ->
Netzwerk -> TCP/IP Konfiguration. Geben Sie Ihrem Rechner z.B. die
Adresse 201.202.203.205 - passend zum Netz der Camera.
Camera und PC sollten jetzt
"miteinander sprechen" können. Üblicherweise verfügen Cameras und andere
Komponenten über ein Webkonfigmenü, um die Camera o.ä. zu konfigurieren.
Suchen Sie in diesem Menü den Punkt IP Konfig. Ändern Sie die dort
eingetragene IP Adresse so, dass die Camera in Ihr Netzwerk passt.
Achtung: Sobald Sie OK drücken
Ihre Camera die neue IP Adresse erhält, können Rechner und Camera nicht
mehr miteinander kommunizieren. Sie müssen jetzt erst die IP Adresse Ihres
Rechners wieder zurück ändern - oder die ganze Sache in Ihr Netzwerk
hängen. Dafür kann jetzt die Camera in Ihrem Netzwerk arbeiten - und
alles sollte zufriedenstellend laufen.
Zusammenfassung und Tipps für
einige häufige Probleme
Erfahrungsgemäß treten die
Schwierigkeiten am Anfang auf – beim Einrichten und Testen einer
Ethernet LAN Verbindung. Daher hier die paar Punkte, die Sie beachten sollten:
Ermitteln
Sie die IP Adresse Ihres Rechners.
Bevor man etwas macht, sollte man wissen, wer man ist! Über Systemsteuerung --> Netzwerk
unter Windows. Die IP Adresse ist eine Zahlenreihenfolge mit 4 x 3er
Blöcken im Format aaa.bbb.ccc.ddd, z.B. 192.168.4.001. Die ersten 3 x 3
Ziffern unter aaa bbb ccc bezeichnen das Netzwerk. Stellen Sie sicher,
dass alle Zahlen bis zum letzten rechten Punkt gleich sind! Erst ab dem
rechten Punkt MUSS eine Abweichung existieren!
Prüfen Sie,
ob alle Netzwerkkabel eingesteckt sind.
Klingt simpel. Ist aber in der Praxis wirklich der am häufigsten
vorkommende Fehler! Und auch wir haben schon Stunden mit irgendwelchen
Fehlersuchen verbummelt, nur um am Ende herauszufinden, dass irgendein
Experte das LAN Kabel herausgezogen hatte...
Prüfen Sie, ob Sie
das richtige LAN Kabel verwenden!
Prüfen Sie, ob Sie die richtigen LAN Kabel verwendet haben. Das ist so
ein kleiner Expertentrick: Patchkabel dienen der Verbindung zwischen
Computern und Netzwerk, Switch, Hub und Co. Crossover Kabel dienen der
Verbindung zwischen zwei Computer untereinander. Um es interessant zu
gestalten: neuere PATCH Kabel beherschen auch den Crossover Modus (= die
Verbindung zweier Rechner. Im Zweifel einfach ausprobieren - siehe PING
Test weiter unten.)
Jedes System eine
eigene IP Adresse!
Jede
Komponente im Netzwerk benötigt eine EIGENE IP Adresse!
Wenn Sie zwei
Rechnern die gleiche IP Adresse im Netzwerk zuweisen, wird es Probleme
geben. Und aus einem
ziemlich blöden Grund (ARP Tabelle – Ihr Rechner merkt sich
vergebene IP Adressen und die zugehörige Hardware am liebsten bis zum
St. Nimmerleinstag) können Sie das auch
nicht nacheinander. Bevor das hier zu kompliziert wird: geben Sie jeder
Komponente eine EIGENE IP Adresse – und gut ist. (Übrigens noch ein
Tipp: schreiben Sie sich die vergebene IP Adresse auf.)
DHCP - die
automatische IP Adresse
Schön einfach wird
die Welt, wenn Sie einen DHCP Server in Ihrem Netzwerk betreiben. Hier
werden die IP Adressen für Geräte automatisch von einer Software namens
DHCP Server vergeben. Sie müssen sich also um die IP Adressevergabe
nicht kümmern - aber trotzdem im Zweifel herausfinden, welche IP Adresse
Ihr Rechner gerade erhalten hat.
Ein Tipp: Falls Sie
irgendwelche Systeme als Server betreiben (FTP Server, Telnet Server,
SQL Server etc.) ist die automatische Adressevergabe über DHCP nur dann
geeignet, wenn Sie sicherstellen, dass Ihr Server immer die gleiche IP
Adresse erhält. (Kann man über LEASE Zeit auf dem DHCP Server
einstellen.) Ansonsten bekommt Ihr Server von DHCP irgendwann mal eine
neue IP Adresse - und Sie werden Ihren Server im Netzwerk erst dann
wieder erreichen können, wenn Sie die neue IP verwenden. Grundsätzlich
gilt: Server sollten nicht über DHCP, sondern mit einer festen IP
Adresse arbeiten!
Deaktivieren Sie Ihre
Firewall!
Der
Firewall – ein überaus beliebtes Windowsprogramm, das viele
Netzwerkaktivitäten überwacht. Prüfen oder deaktivieren Sie den gfs.
Wenn Sie den Fehler gefunden haben, können Sie es wieder aktivieren und
Ihre Anwendung dann als Ausnahme definieren.
IP Adressen sind
Oktalzahlen!
Das wird jetzt
wirklich blöde, kommt glücklicherweise selten vor - hat uns aber einmal
Stunden unseres Lebens und ein Übermaß an Haarpracht gekostet.
Oktalzahlen sind Zahlen 0...7. Wenn Sie also eine Adresse
192.168.004.080 verwenden, muss der Computer das selbständig in einen
richtigen Oktalwert umsetzen. Wir hatten mal eine Device eines recht
namhaften Herstellers in der Hand - die kam mit der .080 nicht klar.
Erst nachdem wir eine regelrechte Telefonhotline mit dem Hersteller
eingerichtet hatten, kam der Stunden später auf die Lösung dass seine
Software da einen Bug hatte und man stattdessen 192.168.4.80 eintragen
musste! (Hätten wir übrigens mit .072 getestet, hätten wir kein Problem
gehabt. Heureka!)
Aller
Wahrscheinlichkeit nach werden Sie heute auf solch ein Problem nicht
mehr stoßen. Ganz auf Nummer sicher gehen Sie aber, wenn Sie einfach
nach Möglichkeit auf Vornullen verzichten und die Werte so eingeben, wie
sie sind also wirklich 192 Punkt 168 Punkt 4 Punkt 80.
Netzwerkverbindungen mittels PING
testen
Wenn Sie meinen alles richtig gemacht
zu haben, aber immer noch keinen Erfolg verzeichnen / oder wenn Sie
einfach Ihre Netzwerkverbindung testen wollen: lernen Sie die
Netzwerkwunderwaffe PING kennen.
Ping sendet ein
Datenpaket zu einem angegebenen Zielrechner und protokolliert den
Erfolg. Sie können damit also sofort festellen, ob ein Rechner im
Netzwerk ereichbar ist - oder nicht. (Ausnahme kann natürlich sein, wenn
der Zielrechner den Ping verweigert. Kommt aber in der Praxis äusserst
selten vor. Am besten Sie gehen davon erst einmal nicht aus - sondern
dass Sie ein LAN Problem haben, wenn der Ping nicht geht!)
Starten Sie auf Ihrem PC die DOS
Eingabeaufforderung und starten Sie PING.exe gefolgt von Ihrer eigenen
IP Adresse. Eingabe im Beispiel: PING 192.168.0.001. Das Programm
PING.exe testet jetzt die Netzwerkverbindung zur angegebenen IP Adresse.
In diesem Fall zu Ihrem eigenen Rechner, so dass es immer funktionieren
müsste. Sie erhalten irgendwelche Zahlenwerte, die anzeigen, dass
irgendwelche Datenpakete gesendet und empfangen wurden und wie lange das
gedauert hat. Das ist ein gutes Zeichen! Blöde ist es, wenn irgendetwas
kommt wie HOST nicht erreichbar oder so. Da Sie mit Ihrer eigenen IP
Adresse zuerst testen sollen, dürfte das aber nicht der Fall sein.
Starten Sie anschliessend PING mit
der IP Adresse eines anderen Rechners im Netzwerk. Im Beispiel: ping
192.168.0.126.
Ping testet jetzt die
Netzwerkverbindung zur Komponete mit der angegebenen IP Adresse, in
meinem Beispiel die IP Camera 1. Sie erhalten eine Meldung, ob
es geklappt hat (Anzahl gesendeter / empfangener Pakete und Zeit) oder
nicht (Host nicht erreichbar.)
Wenn der PING funktioniert, ist das Netzwerk funktionsfähig.
Dann stimmen zumindest Kabel und Erreichbarkeit! Falls irgend etwas
anderes noch nicht geht, müssen Sie evtl. Username und Passwort prüfen.
Wenn der Ping
erfolglos ist, haben Sie typischerweise entweder ein IP oder ein
Kabelproblem. Gehen Sie noch einmal alles sorgfältig durch – und wenn
Sie keinen Fehler finden, müssen Sie jemanden kontakten, der sich
irgendwie mit Netzwerken auskennt. Die jetzt mögliche Fehleranalyse
würde den Rahmen dieser kleinen Programmdokumentation jetzt wirklich
sprengen.
Last not least kann ich Ihnen an
dieser Stelle noch
Wikipedia empfehlen. Dort werden Sie mit Sicherheit fündig - aber
Sie müssen wohl doch etwas Lesezeit investieren. |